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Medien & Kultur

YouTuber geht Rattenplage in Leverkusen auf den Grund

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Leverkusen. Der 15-jährige Nachwuchsjournalist und YouTuber Benedict Bartsch geht den Ratten in Leverkusen auf den Grund. Bewaffnet mit einer Kamera filmt er Ratten und spricht darauf die Pressesprecherin der Stadt kritisch an.

„Ich sitze jetzt gerade im Zug nach Leverkusen und will mir selbst ein Bild von den Ratten machen.“ So beginnt der 15-jährige YouTuber Benedict Bartsch seine neue Reportage, die ihn nach Leverkusen verschlägt. Anreiz für sein neues Video hat der gebürtige Dresdner von dem Video gewonnen, wo sich eine Ratte am Bahnhof Mitte an einem Schnellrestaurant im Essen bedient. „Das hat mich so schockiert, dass ich mir das Ganze selbst einmal anschauen wollte.“

Mit einer Inspektionskamera geht er in einem Rattenloch am Bahnhof auf Spurensuche. „Erster Versuch – und tatsächlich: eine Ratte, die uns mitten in die Kamera schaut“, heisst es in seiner Reportage.

Der Jungjournalist befragt ebenfalls Taxifahrer, die mit ihrem Auto Tag & Nacht am Bahnhof stehen und so das Geschehen am Besten mitbekommen. Ein Taxifahrer spricht sich aus: „Nachts hast du bestimmt über 400 Ratten hier. Ab 1.00 Uhr kommen die alle aus ihren Löchern.“ Der Fahrer bringt auch einen Lösungsvorschlag für das Problem ein: „Soll der Oberbürgermeister einmal gegen 1.00 Uhr hier herkommen, dann wird er sehen ob es eine Rattenplage gibt. Und dann wird er etwas anständiges unternehmen.“

Am Abend kann der Jugendliche dann noch einige Ratten beobachten und filmen, die ihn schockieren. „Dass es so viele Ratten sind, hätte ich dann auch nicht gedacht.“ Die stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Leverkusen, Heike Fritsch erklärt dem Jungjournalisten: „Es gibt keine Rattenplage in Leverkusen, jede Stadt hat eine gewisse Rattenpopulation. Wir befassen uns intensiv mit dem Thema und haben in den letzten Jahren immer wieder Giftköder ausgelegt.“ Später in der Reportage kontert der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste im Leverkusener Stadtrat, Erhard T. Schoofs die Stadt auf die Frage, ob es eine Rattenplage in Leverkusen gibt: „Wenn man auf die offiziellen Seiten hört, gibt es die nicht. Richtig ist, dass es alle Jahre schon einen starken Rattenbefall gibt.“ Später erzählt Schoofs: „Drängeln nach der Beseitigung der Ratten tut sich unsere Stadt nicht, das wäre viel zu kostenintensiv.“

„Ich habe ja schon relativ viele Reportagen gedreht, aber diese war definitiv das spannendste Thema. Mir hat es Spaß gemacht, beide Seiten zu beleuchten. Die Stadt auf der einen Seite, die eine Plage von Ratten abstreitet. Auf der anderen Seite die Taxifahrer und Bürger, die Ratten beobachten können.“ Benedict beendet seine Reportage mit dem Satz: „Am Ende kommt es ja auf die Definition einer Plage an.“

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